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Ein Besuch am Schlachtfeld:

 

 

Nicht weit von Verdun (10 Minuten Fahrt mit dem Auto oder Motorrad) liegt das ehemalige Schlachtfeld. Obwohl im Laufe der Schlacht und gleich danach fast alle Bäume durch Granatregen zerstört wurden besteht das ehemalige Schlachtfeld heut zu Tage fast überwiegend aus Waldgebiet. Das Schlachtfeld ist durch asphaltierte Wege und sandige Pfaden in Sektoren aufgeteilt. Auf dem Schlachtfeld befinden sich heut zu Tage sehr viele Denkmähler. Einige von ihnen haben den Anschein dass sie von wenig Bedeutung sind weil andere wiederum durch ihre bombastische Bauweise von Anfang an eine große Bedeutung übermitteln. Man muss aber bedenken dass jedes Denkmahl, wie einfach und unbedeutend es einen erscheinen mag, ein Stück Tragik vom Kriege übermittelt. Der kleinste Gedenkstein erinnert an einer menschlichen Tragödie wovon es nun mal leider viel zu viel gibt in einen Krieg. Ich rate jeden Besucher, selbst auf „Entdeckungsreise“ zu gehen. In den verschiedene Buchläden in Verdun gibt es sehr gute Karten zu kaufen, wo fast alle Wanderwege und Denkmähler eingetragen sind. Trotzdem möchte ich ihnen hier ein paar Sehenswürdigkeiten vorstellen.

 

Das Beinhaus von Douamont (l’Ossuaire de Douaumont):

 

Das Beinhaus von Douaumont.

 

Viele Soldaten fanden den Tot durch die Granate. Oft hatten Sie den Feind nicht mal ins Auge gefasst. Durch die verheerende Wirkung dieser Geschosse (die größeren Granaten hatten einen Durchmesser von bis zu 52 Zentimeter und ein Gewicht von mehr als 1700 Kilogramm) wurden die Köper der Gefallenen oft bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Das Identifizieren der Leichen war dadurch oft nicht mehr möglich. Nach dem Kriege fragte man sich was man mit den vielen unidentifizierte Leichen machen sollte. Im Jahr 1919 wurde eine hölzerne Baracke errichtet wo die Leichen erst mal untergebracht wurden. In Holzkisten gepackt, sortiert nach dem Sektor des Schlachtfeldes wo man sie gefunden hatte bekamen die toten Soldaten erstmal ihre Ruhestätte. Um dafür zu sorgen dass die Toten eine würdige Ruhestätte bekamen sammelte der damalige Bischof von Verdun Geld ein. Im Jahr 1920 war genügend Geld vorhanden um mit den Bau eines Beinhauses zu beginnen, das dass Größte auf der Welt wurde. 1932 war der Bau fertig. Als man die Überreste (nach Schätzung 130.000 Französische und Deutsch Gefallene) zu dem neuen Beinhaus brachte, merkte man das man zu wenig Platz hatte. Man baute an den beiden Enden des Beinhauses noch mal zwei extra Räumlichkeiten von 150 Kubik Meter.

 

Das Innere des Beinhauses. In den Nischen befinden sich die Sarkophage.

 

Über Geschmack kann man streiten aber ich persönlich finde das Beinhaus von Douaumont eines der schönsten und beeindruckenden Denkmahles von Verdun. Nirgends wird der Wahnsinn des Krieges so „spürbar“ wie hier. Die Fassade hat eine Länge von 137 Meter. Der Glockenturm („la Tour des Morts“)  hat eine Höhe von 46 Meter und hat die Form einer Houwitzergranate. Die Glocke im Turm wiegt 2,3 Tonnen. Man kann den Turm besteigen und die Aussicht ist sicher bei schönem Wetter die Mühe wert. Im Beinhaus befinden sich die Sarkophage mit den Überresten der gefallenen Soldaten. Für jeden Sektor des Schlachtfeldes gibt es einen Sarkophag. Des Weiteren befindet sich im Beinhaus eine Kapelle wo jeden morgen eine Katholische Messe stattfindet.

Jede halbe Stunde kann man einen kurzen Film sehen über das Leben des Französischen Soldaten während der Schlacht bei Verdun. Hinter dem Beinhaus befindet sich ein kleiner Souvenirladen. Hier gibt es Bücher und Dias über die Schlacht zu kaufen. Ebenfalls kann man hinter dem Beinhaus durch kleine Fenster in den Sarkophagen schauen. An der Vorderseite des Beinhauses liegt ein Soldatenfriedhof wo mehr als 14.000 Französische Soldaten ihre letzte Ruhe fanden.

 

Das ehemalige hölzerne Beinhaus im Jahr 1919.

   
  Der erste Stein wurde gelegt durch Marschall Petain.  Das transportieren der Leichenteile.  
                         

Die Eröffnung im Jahr 1932.

 

Die Aussicht aus dem Glockenturm.

 

Öffnungszeiten:

Von März bis einschließlich November ist das Beinhaus morgens und mittags geöffnet. Ab der zweiten hälfte von April bis halb September durchgehend geöffnet. Ab Dezember bis einschließlich Februar ist das Beinhaus geschlossen. Mit Ausnahme des Glockenturmes und die Filmvorstellung ist der Eintritt frei.

 

 

 

 

Die für immer verwüsteten Dörfer (Village Détruit):

Während der heftigen Gefechte wurden unzählbare Dörfer beschädigt. Einige davon wurden durch die Beschießungen am 21. und 22. Februar 1916 und den darauf folgende Infanterieangriffen während der Schlacht bei Verdun so schwer zerstört das der Aufbau von neun dieser Dörfer nach dem Krieg sinnlos war. Die Erde worauf diese Dörfer mal standen bestand nur noch aus Trümmern und Granattrichtern. Aus Respekt wurde an jedem dieser Orte eine kleine Kapelle gebaut. Bei der ehemaligen Einfahrt dieser Dörfer wurde ein Namenschild aufgestellt mit den jeweiligen Namen des verwüsteten Dorfes. Über den Name steht „Village Détruit“ (verwüstetes Dorf).

   
  Das Dorf Bezonvaux vor1914. Heut zu Tage steht hier eine Kapelle.  

Die Namen der Dörfer sind: Beaumont (-en verdunois), Bezonvaux, Haumont-Prés-Samogneux, Louvemont(-Cote-du-Poivre), Ornes, Douaumont, Vaux-devant-Damloup, Fleury-devant-Douaumont und Cumiéres(-le Mort-Homme). Während den blutigen Gefechte fielen die Dörfer mehrmals den Deutschen und dan wieder den Franzosen in die Hände.

Namenschild beim ehemaligen Ortseingang.

 

   
  Die "rue de la Bouquette" vor 1914. Die ehemalige Kirche von Louvemont.  

 

Auch hier erinnert nur noch eine Kapelle am ehemaligen Dorf.

 

Namenschild beim Eingang.

 

   
  Die ehemalige Kirche vom Dorf Vaux, vor 1914. Vaux, am Anfang des Jahres 1916.  

 

Dies ist alles was den ehemaligen Einwohner des Dorfes Vaux erhalten blieb.

 

   
  An dem kleinen Teig bei Vaux stand früher eine Mühle. Heut zu Tage ist von der Mühle nichts erhalten geblieben.  

 

 

Das Kriegsmuseum von Fleury:

Der Eingang von dem Museum.

Da wo früher der Bahnhof stand von dem verwüsteten Dorf Fleury, wurde 1967 das „Musée Memorial de Fleury“ erbaut. Dieses fantastische Museum gibt dem Besucher einen sehr guten Eindruck von den Uniformen und Ausrüstungsstücken des Ersten Weltkrieges. Von der Pferdekutsche, Lastwagen bis zum Flugzeug ist alles an zu schauen. Allerlei Waffen, Munition und auch persönliche Sachen von dem Soldaten im Felde gehören zu den Ausstellungsstücken. In der Mitte des Museums ist ein Stück Schlachtfeld nachgebaut.  In einem kleinen Saal kann man einen Film anschauen der einen guten Eindruck vermittelt über das Leben des Französischen und Deutschen Soldaten in den Gräber, während der Schlacht bei Verdun. Es würde zu weit führen wenn ich alle Sehenswürdigkeiten im Museum aufzählen würde. Am besten geht man hin und überzeugt sich selbst.

Bekleidung und Ausrüstung eines Französischen Soldaten am Anfang des Krieges.

 

 

Fort Douaumont:

Fort Douaumont ( Noch heut zu Tage sieht man die verheerende Wirkung der Granaten) .

An dieses Fort wurde fast 30 Jahre gebaut. Mit Erfolg wie man mit recht sagen kann. Die Fläche des Forts beträgt 3 Hektar und das Fort hat eine Länge von mehr als 400 Metern. Das „Dach“ besteht aus verstärkten Beton und Erdlagen. Zusammen ist diese Schicht mehr als 12 Meter hoch. Das Fort hat 2 unterirdische Stockwerke mit einem Netzwerk aus unterirdischen Gängen. Eigentlich war das Fort gebaut wurden für etwa 800 Mannschaften. Während der Schlacht suchten oft mehr als 3000 Soldaten gleichzeitig ihren Zuflucht zu dem Fort. Das Leben im Fort muss zu dieser Zeit wohl unerträglich gewesen sein für die Soldaten. Alleine schon der Gestank war schrecklich. Obwohl das Fort am Anfang des Krieges eines der wichtigsten Verteidigungswerke war um Verdun, wurde es im Laufe der ersten zwei Jahre „entkleidet“. Die Geschütze wurden abgebaut und sowie die meisten Mannschaften nach andere Orten an der Front transportiert. Die Französische Heeresleitung hatte dazu beschlossen da die Deutsche Beschießungen (durch schwere Artillerie) am Anfang des Krieges auf die Belgischen Forts eine verheerende Wirkung hatte. Darüber hinaus rechnete man nicht mit einem großen Angriff auf Verdun. Durch diesen gravierenden Fehler konnten Deutsche Truppen am 25. Februar 1916 ohne viel Mühe das Fort Douaumont einnehmen. Nur ungefähr 60 Französische Soldaten hielten im dem Moment die Stellung. Die Deutsche Armee verstärkte das Fort blitzschnell mit neuen Waffen. Die Zurückeroberung durch die Franzosen kosteten denen wiederum viele tausende Toten. Am 8. Mai 1916 gab es eine riesige Explosion im Fort. Ein Lager für Handgranaten welches die Deutschen im Fort hergerichtet hatten explodierte. Mehr als 650 Deutsche Soldaten liesen dabei ihr Leben. Da es keine Möglichkeit gab die Toten zu beerdigen wurde der Raum, wo sich das Lager befand, zugemauert. Vor dieser Mauer hat man heut zu Tage eine Gedenkstätte errichtet. Die Toten Kameraden ruhen noch immer im Inneren des Forts.

Dieses Photo wurde 1918 genommen. Wir befinden uns oben auf dem Fort.

Bei der Zurückeroberung des Forts durch die Franzosen, lag das Fort langer Zeit unter gewaltigen Beschuss. Mehr als hunderttausend Granaten wurden auf dem Fort abgefeuert. Einige sprechen sogar von mehrere hunderttausend. Das würde heißen dass bei dem Fort pro Quadratmeter mehr als 1000 Granaten einschlugen. Augenzeugen berichteten davon dass während dem Französischen Trommelfeuer auf dem Fort Douaumont manch ein Deutscher Soldat in den Wahnsinn getrieben wurde. Eine Begehung außerhalb des Forts ist frei. Für wenig Eintrittsgeld kann man auch das Innere des Forts besichtigen. Man bekommt eine Wegbeschreibung (auch in Deutscher Sprache) wonach man selbst die vorgeschriebene Route durch das Fort läuft. Wegen Einstürzungsgefahr oder Respekt für den Toten sind einige Gänge im Fort für Besucher nicht zugänglich. Trotzdem ist das Fort Douaumont ein Besuch wert.

Luftaufnahme von Fort Douaumont nach den Beschießungen in 1916. (Bitte klicken zur Vergrößerung).

Öffnungszeiten:

Das Fort Douaumont hat sehr verschiedene Öffnungszeiten. Im Algemeinen ist das Fort geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr. Während der Sommerzeit von 09.00 bis 19.00 Uhr. Im Februar und März sowie die Zeit vom 15. September bis zum 13. Dezember ist montags Ruhetag. Vom 14. Dezember bis zum 10. Februar ist Fort Douaumont geschlossen. Für die genaue Öffnungszeiten wende man sich bitte am „Office de Tourisme“ in Verdun.

 

Fort Vaux:

Fort Vaux. Über dem Fort flattert die Frazösiche Flagge.

1881 wurde begonnen am Bau des Fort Vaux. 1912 wurde es fertig gestellt. Fort Vaux ist etwa viermal kleiner als Fort Douaumont. Trotz alledem hat Fort Vaux viel länger standgehalten gegen den Deutschen Angriff. Schon am Anfang der Schlacht kam Fort Vaux mehrmals unter Beschuss von Deutscher Artillerie. Durch diesen Beschuss haben sich  irgendwann Risse gebildet in den zwei großen Wasserreservoirs welches den Soldaten des Fort Vauxs mit frischem Trinkwasser versorgten. Ab den 31. Mai 1916 wurde andauernd geschossen auf Fort Vaux. Am 2. Juni  verschafften Deutsche Infanteristen sich Zugang zu dem Fort. Mit Handgranaten und Flammenwerfer versuchte man den Franzosen zu zwingen sich zu ergeben. Um jeden Meter im Fort wurde gekämpft. Die Franzosen setzten sich mit alle Mittel zur wehr. Durch Mangel an Trinkwasser mussten die Franzosen sich am 7. Juni völlig erschöpft ergeben. Ab diesem Zeitpunkt war Fort Vaux in Deutschen Händen. Erst am 2. November 1916 nahmen die Franzosen wieder Besitz vom Fort Vaux, nachdem es durch den Deutschen verlassen war. Obwohl das Fort Vaux viel kleiner ist als Fort Douaumont ist es sicherlich ein Besuch wert.

Dieses Photo zeigt erschöpfte Französische Soldaten in einem Kampfgang in Fort Vaux. Anfang Juni 1916.

Öffnungszeiten:

Für die Öffnungszeiten von Fort Vaux, siehe Fort Douaumont. Ausnahme ist der Ruhetag am Montag. In derselben Zeit hat Fort Vaux anstatt montags am Mittwoch die Türen geschlossen.

 

 

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